Zur Wallfahrt
(nach Mag. Maria Brunner)
Der Begriff "Wallfahrt", taucht als "wallevart", womit eine Reise in die Fremde gemeint war, um 1300 erstmals auf. Heute versteht man unter Wallfahrt den Besuch eines Kult- oder Gnadenortes durch Gläubige. Die Verehrung der Gottesmutter begann bereits im 5. Jahrhundert, im 14. und 15. Jahrhundert kam es zu einem raschen Ansteigen des Marienkultes und aus dieser Zeit sind auch die ersten Wallfahrten nach Osterwitz überliefert. Die Pilger kamen und kommen aus der näheren und weiteren Umgebung in der Steiermark, dem angrenzenden Kärnten und aus dem heutigen Slowenien. Die Kirche von Osterwitz wurde und wird hauptsächlich auf Grund von Pestgelöbnissen und bäuerlichen Belangen, zur Abwehr von Hungersnöten und Krankheiten und aus vielen weiteren Motiven aufgesucht. Die wichtigsten Wallfahrtstage sind gegenwärtig der 4., 5. und 6. Sonntag nach Ostern, der große Frauentag am 15. August, der stets auch mit einem Jahrmarkt und Dorffest begangen wird, und der kleine Frauentag am 8. September. Dazu kommen zum Gedenken an die Marienerscheinung in Fatima sogenannte Fatimawallfahrten jeweils am 13. des Monats von April bis September.
Mit der Wallfahrt waren früher viele Bräuche verbunden und der Einzug in die Kirche wurde meist sehr feierlich gestaltet. Junge Mädchen mit bekränztem Haar trugen die Muttergottesstatue voran, unterwegs und an bestimmten Wallfahrerstationen wurde gesungen und gebetet. Heute sind die Wallfahrten wesentlich nüchterner gestaltet, die meisten Pilger kommen mit dem Auto und gehen eventuell noch die letzten 2 Kilometer zur Kirche zu Fuß. Die Bedeutung von Osterwitz als Marienwallfahrtsort ist aber nach wie vor groß, und der Ort gehört zu den wichtigsten Gnadenstätten Österreichs.
G. P.
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